Talk mit Reini
Soziale Gerechtigkeit, Industriepolitik und faire Steuern im Fokus
Windischgarsten, 28. Jänner 2026 – Im Gasthaus Rössl in Windischgarsten diskutierten Nationalratsabgeordnete Reinhold Binder und Wolfgang Moitzi zentrale wirtschafts- und sozialpolitische Herausforderungen für Österreich und Europa. Im Mittelpunkt des Talks standen Fragen der industriellen Zukunft, der Steuergerechtigkeit, sowie der sozialen Absicherung von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern.
Faire Besteuerung und europäische Verantwortung
Ein zentrales Thema des Abends war die Frage nach Steuergerechtigkeit und der Verantwortung Europas in einem zunehmend globalisierten Wirtschaftssystem. Reinhold Binder betonte die Notwendigkeit eines gerechteren Steuersystems, insbesondere im Umgang mit internationalen Technologiekonzernen. „Es kann nicht sein, dass internationale Konzerne von unserer Infrastruktur profitieren und gleichzeitig das Steuersystem ausnutzen, während arbeitende Menschen und heimische Betriebe den Großteil der Last tragen“, so Binder. Viele dieser Themen müssten auf europäischer Ebene gelöst werden.
Moitzi betonte die Rolle der Gemeinden und Länder: „Gemeinden müssen Kindergärten ausbauen, Pflege organisieren und Infrastruktur bereitstellen, dafür brauchen sie finanzielle Sicherheit.“ Vermögens- und Erbschaftssteuern seien dafür ein notwendiges Instrument. Gleichzeitig müsse die Bewertung von Vermögen auf einen aktuellen Stand gebracht werden, um Gerechtigkeit herzustellen.
Industriepolitik und Beschäftigung sichern
Angesichts eines wirtschaftlich herausfordernden Jahres 2025 und eines anhaltenden Strukturwandels in der Industrie stand die Sicherung von Arbeitsplätzen im Mittelpunkt der Diskussion. Reinhold Binder verwies dabei auf internationale und nationale Rahmenbedingungen, die viele Betriebe unter Druck setzen. Steigende Kosten, hoher Wettbewerbsdruck und eingeschränkte Investitionsmöglichkeiten stellten die Industrie zunehmend vor große Herausforderungen. „Gerade in dieser Situation dürfen wir unsere Industrie nicht sich selbst überlassen“, betonte Binder. „Wir brauchen eine aktive Industriepolitik, die auf Spitzentechnologie, Forschung und gezielte Investitionen setzt. Nur so können wir gute Arbeitsplätze langfristig sichern. Mit der Industriestrategie 2035 ist hier ein entscheidender Schritt gelungen.“
Die Industriestrategie 2035 setze klare Leitplanken für die kommenden Jahre und gebe insbesondere jenen Betrieben Perspektiven, die Verantwortung für kommende Generationen übernehmen wollen. Schwerpunkte liegen auf dem Ausbau von Forschung und Innovation, gezielten Investitionen in Zukunftstechnologien, etwa in Lade- und Energieinfrastruktur, sowie der Stärkung der Kreislaufwirtschaft als wirtschaftlichem und ökologischem Potenzial. Gleichzeitig adressiere die Strategie den zunehmenden Fachkräftemangel: Rückläufige Lehrlingszahlen und der Rückzug vieler Betriebe aus der Ausbildung machten deutlich, wie dringend Investitionen in Qualifikation und das duale Ausbildungssystem seien.
Binder unterstrich abschließend: „Diese Industriestrategie ist kein Papier für die Schublade, sondern eine zentrale Weichenstellung für Beschäftigung, Wettbewerbsfähigkeit und industrielle Wertschöpfung in Österreich. Unser Ziel ist klar: starke Betriebe und sichere Arbeitsplätze, heute und in Zukunft.“
